Asiens Weg zur Automatisierung

Asien – der größte Kontinent der Erde und Heimat von über 60 % der Weltbevölkerung. Schon durch diese Zahl wird die Relevanz dieses Erdteils für die Weltwirtschaft deutlich. Seit der internationalen Finanzkrise 2008 profitiert die gesamte asiatische Wirtschaft von einem starken Wachstum. Selbst vergleichsweise wenig betroffene Länder wie Indonesien, Vietnam und die Philippinen verzeichnen jährliche Wachstumsraten von 5 bis 7 %. Das Gleiche gilt für Indien und Thailand. Ausnahmen bilden nur Singapur und China, deren Wachstumsprognosen niedriger ausfallen.

China als Produktionszentrum der Welt

Die verhältnismäßig langsame Entwicklung der Wirtschaft bot Chinas Markt jedoch entscheidende Möglichkeiten und die Chance, sich innerhalb der gefestigten Strukturen neu zu positionieren, die Markt- sowie Kundenherausforderungen zu verstehen und sich an diesen zu orientieren. Nach wie vor liegt in China das Produktionszentrum der Welt. Doch die chinesische Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren einen signifikanten Wandel durchlaufen: Insbesondere aufgrund stark gestiegener Löhne (um bis zu 200 %) ist der arbeitsintensive Wirtschaftszweig nach Südostasien abgewandert. Trotz Fachkräftemangel und steigenden Lohnkosten wird die Automatisierung von chinesischen Unternehmen schneller akzeptiert und angenommen als in der Vergangenheit von Europa und den USA. Chinesische Unternehmen übernehmen zum Teil größere und bekannte europäische Marken der Logistikindustrie – auch das wird einige interessante Herausforderungen und Optionen mit sich bringen. Nicht nur für China, sondern auch für den Weltmarkt.

Chinesische Unternehmen setzen vermehrt auf Automation

Gemäß den Erwartungen wird der Mittelstand in China beachtlich wachsen: Bis 2020 werden voraussichtlich 300 Millionen Menschen zu dieser Gesellschaftsschicht zählen. Diese Entwicklung führt ebenfalls zu einem Wandel in der chinesischen Wirtschaft, die bisher sehr stark im Export war, sich aber nun auch zu einer starken regionalen Kraft formt. Jährlich reisen bis zu 10 % der Chinesen nach Übersee: Die chinesischen Fluggesellschaften profitieren besonders – die Kehrseite: Der Flugraum ist völlig überlastet und Verspätungen sind die Regel. Onlineshopping wird immer mehr zur Normalität. Prognosen zeigen, dass in 2020 rund 891 Millionen Chinesen mehr als doppelt so viele Onlineeinkäufe tätigen werden als noch im Jahr 2015. Und das in einem Wert von ca. 2,17 Billionen US-Dollar – das entspricht 26,7 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Um die Herausforderungen des Onlinehandels für die Intralogistik zu meistern, setzen chinesische Unternehmen immer mehr auf Automation.

Nachfrage nach Intralogistik steigt

Für einen E-Commerce Kunden hat SSI SCHÄFER z. B. eines der größten Distributionszentren in ganz Asien errichtet. Mit einer Größe von 140.000 m² ist dieses vollautomatisierte Lager für bis zu 600.000 Picks am Tag ausgelegt – eine zukunftssichere Antwort auf den Online-Boom. In Singapur verfolgt die Regierung aktuell ähnliche Strategien: Die Produktivität soll gesteigert werden. Daher werden Unternehmen ermutigt, die Niedriglohnarbeit zu reduzieren und einen höheren Automationsgrad anzustreben. Diese Maßnahmen fördern die Nachfrage nach Intralogistik. Für einen regionalen Third-Party-Logistics-Anbieter erstellte SSI SCHÄFER mit einer Höhe von 44 m und 62.000 Palettenstellplätzen das größte und höchste Hochregallager der Region. Und für einen Getränkehersteller, der ebenfalls im E-Commerce tätig ist, realisierte der Generalunternehmer ein System bestehend aus einem 42 m hohen Hochregallager mit 13.000 Palettenstellplätzen. Dies zeigt, die Automatisierung in Asien ist auf dem Vormarsch.

Auch in Hongkong und Thailand besteht ein steigendes Interesse an teil- oder vollautomatisierten Lösungen. Nachdem in Asien über viele Jahre eine hohe manuelle Quote im Lagerbetrieb vorherrschte, schätzen die Unternehmen zunehmend die schnelle Rentabilität dynamischer Systemlösungen. Sie erkennen, dass sich beispielsweise dank der steigenden Produktivität durch Fördertechnik der Return on Invest rasch einstellt.
Derzeit kann man davon ausgehen, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzt und automatisierte Lösungen zukünftig stärker nachgefragt werden.