Die digitale Datenwolke – eine Sache des Vertrauens

Social Media, Streaming Dienste und Suchmaschinen – immer mehr Dienste und Systeme setzen auf die Vorteile von Cloud Computing. Mit zunehmender Komplexität von IT- und Software-Infrastrukturen innerhalb und zwischen Unternehmen können professionelle Cloud-Lösungen bei der Gestaltung effizienter und flexibler Unternehmensprozesse helfen. So werden eventuell eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten innerhalb der hauseigenen IT-Abteilung aufgebrochen. Die Entscheidung für cloudbasierte Lösungen und Anbieter wird jedoch immer noch auch emotional getroffen – die „Wolke“ erfordert vor allem Vertrauen in die Datensicherheit.

Mehr als 50 Prozent der europäischen Unternehmen sind laut einer KPMG Studie* bereits in der Cloud aktiv oder planen die Einführung und haben damit die Bedeutung cloudfähiger Systeme im Zeitalter von Digitalisierung und Automatisierung erkannt. Ein mobiler, geografisch unabhängiger Zugriff auf IT-Ressourcen und Daten ermöglicht ein standortunabhängiges, virtuelles Arbeiten, effiziente Prozesse, Echtzeit-Auswertungen und eine schnellere Skalierbarkeit von IT-Leistungen.

Schon rund ein Drittel der Konzerne setzen laut der KPMG Studie Public Clouds (extern) ein, mit steigender Tendenz. Allerdings handelt es sich noch vor allem um unkritische und nichtsensible Unternehmensdaten, die ohnehin öffentlich zugänglich sind, wie Websiteinhalte.

Cloud meist sicherer als Inhouse IT-Systeme

Die Integration neuartiger Geschäftslösungen mit der bestehenden IT-Anwendungslandschaft in der Cloud verlangt von Providern und Nutzern gleichermaßen eine durchdachte Strategie. Der Geschäftsnutzen sowie eine strategische Ausarbeitung des Datensicherheitsmanagements (Cloud Security) sind für die Integration unerlässlich. Daher gilt es, sich nicht nur an den Sicherheitsstandards der Provider zu orientieren, sondern den eigenen Bedarf zu bewerten (z.B. sensible versus nichtsensible Daten) und die Anforderungen gemeinsam mit den Anbietern umfassend zu dokumentieren und umzusetzen.

Die Bedenken, die von unternehmensunabhängigen Lösungen abhalten, sind vor allem emotionalen Ursprungs. Die Verantwortlichen fürchten unberechtigte Zugriffe oder sogar den Verlust von sensiblen Unternehmensdaten und Wettbewerbsspionage. Dabei ist die eigene IT im Unternehmen hinsichtlich umfassender IT-Security-Verfahren oftmals schlechter aufgestellt. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können intern nicht mithalten mit der Sicherheitsinfrastruktur der Cloud-Provider durch gesetzliche Regulierungen.

Neue rechtliche Anforderungen mit der DSGVO

Ende Mai 2018 trat die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Seither müssen Unternehmen ihre Compliance hinsichtlich personenbezogener Daten vollständig angepasst haben, sofern sie Daten von EU-Bürgern erheben, speichern oder bearbeiten**. Das gilt auch für cloudbasierte Lösungen. Dabei sind sowohl die Cloud-Provider (Datenverarbeiter) als auch die Cloud-Nutzer (Datenverantwortliche) gleichermaßen für die Umsetzung und Einhaltung verantwortlich, beispielsweise durch die Gewährleistung datenschutzfreundlicher Voreinstellungen durch den Anbieter. Die Gesetzgebung sieht zudem vor, dass der Standort des Rechenzentrums und der Hauptsitz des Providers – und somit auch die Daten – innerhalb der EU liegen.

Intralogistik auf Wolken

Auch die Logistikbranche hat den Mehrwert der Cloud für sich erkannt und bietet ihren Kunden cloudfähige intralogistische Lösungen und Systeme an. Besonders Konzerne setzen auf zentrale, cloudbasierte Serverstrukturen, um die Supply Chain im innerbetrieblichen Umfeld zu optimieren. In der Logistik werden viele Daten generiert und im Anschluss nicht wirtschaftlich weiter genutzt. Cloudunterstützte Warehouse Management Systeme machen es einfacher, schnell und effizient auf die ausgewerteten Daten zu reagieren und das unabhängig vom Standort des Lagers. Gleiches gilt für Predictive Maintenance, bei der große Datenmengen für wertvolle Hinweise zur Anlagenwartung genutzt werden.

Die Cloud als Teil der Digitalisierung wird künftig in der Logistik und Industrieautomation immer mehr an Relevanz gewinnen, wenn es um die Vernetzung von Unternehmen (Multi-Cloud) geht oder wenn Synergien auf Basis von Big Data Analysen gehoben werden können. Ein Trend weg von der klassischen Inhouse-IT zu cloudbasierten Systemen ist jetzt schon erkennbar und wird in Zukunft noch weitere Innovationspotenziale ausschöpfen. Kurzfristig auftretende oder saisonale Lastspitzen in der Logistik erfordern ein Sizing der IT-Infrastruktur. Cloud-Lösungen ermöglichen hier durch flexible Skalierbarkeit Einsparpotenziale.

Quellen:

* Cloud-Monitor 2017 | KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

** Vogel Business Media GmbH

Über den Autor

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Klaus Zlöbl hat sein Telematik Studium an der Technischen Universität Graz abgeschlossen und ist seit 1991 in verschiedenen Positionen der Software Entwicklung tätig. Seit 2011 bringt er seine Erfahrungen bei SSI SCHÄFER ein und verantwortet seit 2014 die System Architektur von WAMAS. In dieser Position beschäftigt er sich mit dem Einsatz neuer Technologien und Entwicklungen für das WAMAS Produktportfolio.

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