Logistik-Software: Flexibilität im Lager

Das richtige Maß zwischen Standardisierung und Individualität

Volatile Märkte, unvorhersehbare Umwelt- und Gesellschaftsereignisse wie auch nahezu unplanbare Nachfrageschwankungen in Zeiten von steigender Digitalisierung und wachsendem E-Commerce machen Flexibilität zur Grundvoraussetzung und Priorität. „Individualität um jeden Preis“ heißt das allerdings nicht, weder im privaten Leben noch in den Lager- und Logistikprozessen und entsprechender Software. Das richtige Maß an Individualität und Standardisierung bestimmt die Zukunftsfähigkeit.

Jedes Jahr führen Smartphone-Hersteller neue Generationen ihrer Produkte auf dem Markt ein. Die jeweiligen Modelle verlassen die Werke vollkommen gleich. Sobald das jeweilige Mobiltelefon jedoch beim Kunden ankommt, erstmalig eingeschaltet und die Basiseinstellungen abgeschlossen sind, beginnt die kundenseitige Individualisierung. Mit Apps und Benachrichtigungseinstellungen wird das Gerät seinem individuellen Nutzer und Einsatzzweck angepasst. Kein Gerät gleicht konfigurationsseitig mehr dem anderen.

In der Logistik stellt die Möglichkeit zur Individualisierung der Value Added Services, den Mehrwert, den ein Lager heute dem Betreiber und eventuell auch dem Kunden bieten muss, eine Grundvoraussetzung für moderne Intralogistik dar. Grundsätzlich gab es diese Individualisierungsmöglichkeiten auch schon früher. Im Wettbewerb kommt aber der Faktor Investitionskosten hinzu und eine hochpreisige Individualisierung rechnet sich trotz der daraus resultierenden Möglichkeiten nicht.

Wie lässt sich dieses Spannungsfeld zwischen Flexibilität, Qualität und Kosten lösen?

Flexibilität als Produkt von Modularität und Standardisierung

Die Smartphone-Branche zeichnet den Weg vor: Die Hardware der Smartphones ist hochgradig standardisiert. Es gibt Unterschiede in den jeweiligen Ausführungen. Wenn es aber um die verbauten Prozessoren, Displays und anderen Features geht, finden sich viele der verbauten Komponenten in mehreren Modellen wieder. Die Hersteller beginnen, sich bei den mitgelieferten Programmerweiterungen zu unterscheiden, um individuelle Nutzererlebnisse zu generieren.

Auch in der Logistik gewinnt die Software neben der Hardware zunehmend an Bedeutung. Neben der grundsätzlichen Durchsatzleistung ist der bedarfsorientierte Abruf entscheidend. Dafür ist über die Lagerebenen hinweg eine ganzheitliche Betrachtung nötig. Eine der größten Herausforderungen ist es, bei aller Flexibilität ein Lagersystem nicht in einen undefinierten Zustand geraten zu lassen. Das Lager muss immer eine Antwort auf die aktuellen Anforderungen finden und jede Komponente verlässlich funktionieren. Es ergibt sich damit folgende Gliederung der Flexibilität bei gleichzeitiger Qualität und Stabilität:

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Auf Steuerungsebene gilt höchste Effizienz. Einmal gesendete Steuerungsbefehle sollten zeiteffizient umgesetzt werden. Zeitverluste bei Antwortzeiten oder andere Verzögerungen werden vermieden. Der Datenaustausch erfolgt genormt, für die darüber liegenden Systeme verständlich und effizient, sodass die Informationen fast in Echtzeit verarbeitet werden können. Um diese Ziele zu verfolgen, bedarf es einer entsprechenden Standardisierung, welche den darüber liegenden Ebenen eine verlässliche Basis bietet. Denn es gilt: Standards beschleunigen das Projekt und sind sicherer und günstiger in Wartung und Betrieb.

Der Materialfluss ist modular. Komponenten können miteinander kooperieren und aufeinander abgestimmt werden. Module wie Shuttle-Gassen leisten die ihnen zugedachten Teilaufgaben.

Die WMS-Ebene (Lagerverwaltungsebene) orchestriert das Lager mit ihrer Vielzahl an flexibel einsetzbaren Funktionalitäten. Eine Vielzahl an Parametern ermöglicht die Individualisierung des jeweiligen Kundenlagers. Zunehmend bedarf es aber auch einer Erweiterung dieser Services über die lokale Intelligenz hinaus. Diese Perspektive eröffnet neue Ansätze der intelligenten, auch KI-gestützten Lösungen, welche mittels der vor Ort verfügbaren Rechenleistung nicht mehr abdeckbar sind.

Flexibilität benötigt verlässliche Rahmenbedingungen. Sind diese durch die Komponenten (Steuerung, Materialfluss und WMS) und die installierte Infrastruktur gegeben, steht einem anpassbaren Lagerbetrieb nichts mehr im Wege. Um den Flexibilitätsgrad weiter auszuschöpfen, bedarf es aber auch einer Erweiterung dieser Services über die lokale Intelligenz hinaus. Hier kommen neue Ansätze der intelligenten, auch KI-gestützten Lösungen als flexibilitätserweiternde Cloud-Services zum Einsatz. Deren hohe Leistungsanforderungen gehen über die vor Ort verfügbaren Rechenleistungen hinaus.

Mit dem umfassenden Softwareportfolio WAMAS® und SAP EWM deckt SSI SCHÄFER alle Vorgänge von der Lager- bis zur Materialflussverwaltung ab. Gleichzeitig optimieren unsere Softwareexperten mit individuellen Lösungen die Produktivität und Arbeitsleistung der Kunden. So schaffen wir die Möglichkeit, durch Messung und Bewertung mit Hilfe von KPIs das Lager aktiv zu bewirtschaften.

Autor: Markus Klug, Data Science & Simulation

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