Retrofit Projekte - Aus Alt mach Neu

Alles hat eine Lebensdauer, auch Intralogistiksysteme. Während Stahl und Eisen weniger unter der fortschreitenden Zeit leiden, ist das Thema bei den Steuerungs- und IT-Systemen eher relevant. Selbst Prozesse kommen in die Jahre, müssen überarbeitet und auf den neuesten firmenrelevanten Stand gebracht werden. Wir nennen das „Retrofit“, d.h. aus Alt mach Neu.

Die ersten (voll-)automatischen Logistikzentren sind nunmehr gut 40 Jahr alt. Damals wurden die bis dato manuell, Mann-geführten Regalbediengeräte mit Einführung der Informationstechnologie immer mehr automatisiert. Über die Jahrzehnte wurden immer wieder Modernisierungen an Motoren und Sensorik, aber auch an den Steuerungskomponenten durchgeführt. Meist blieb jedoch die IT frei nach dem Motto „never touch a running system“ unangetastet, zum einen aus Kostengründen, zum anderen aber auch durch massiv angepasste Prozesse, die meist „festverdrahtet“ zu einer Unfähigkeit eines Updates führte.

IT Systeme, die damals noch in Fortran oder Cobol, dann C++ geschrieben wurden, sind schon lange nicht mehr „State of the Art“ und werden heute durch JAVA oder auch SAP-basierte Softwaresysteme ersetzt. Gerade Letztere werden speziell bei Unternehmen integriert, die in ihrer eigenen IT-Strategie eine durchgängige IT-Landschaft haben wollen.

Welche Überlegungen sind nun für ein Unternehmen wichtig, um ein vorhandenes IT-System zu modernisieren? Während bei einem Neubau die Einführung eines Lagerverwaltungs- und -steuerungssystems relativ problemlos ist, kann es sich kaum eine Firma erlauben, während eines Retrofits ein produktionsnahes oder versandorientiertes Lager für mehrere Tage (oder Wochen) stillzulegen. Um dies zu vermeiden, ist ein intensives und umfassendes Projektmanagement erforderlich.

Da in den meisten Fällen nicht nur modernisiert wird (1:1 Migration), sondern auch neue Prozesse oder erweiterte Funktionen eines neuen Softwaresystems zum Tragen kommen (zum Beispiel die Implementierung eines Labor und Ressource Managements), ist die Erstellung eines Pflichtenheftes unabdingbar. Hier kann - sofern noch vorhanden – als Basis der aktuellen Prozesse die Dokumentation der bestehenden Anlage verwendet werden. Wünscht der Betreiber ebenfalls eine Ablösung der Materialflusssteuerung, müssen vorhandene Schnittstellen zu den unterlagerten Systemen (SPS) dokumentiert sein. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kann hierzu die Kommunikation im laufenden Betrieb analysiert werden.

Im Rahmen des Pflichtenheftes sollten ebenfalls die notwendigen Migrationsschritte definiert werden, wobei je nach Komplexität der Anlage von einem „Big Bang“ (Umsetzung in einem Step) abzuraten ist. Hier können schon mal schnell 3-5 Migrationsschritte zusammenkommen, um gesichert, d.h. im Notfall jeweils immer einen Schritt zurück, vom Altsystem auf die neue IT-Landschaft zu kommen.

Ebenfalls sollten klare Notfall-Szenarien (Vorkommissionierung, Umlagerungen in manuelle Lager etc.) beschrieben werden, um möglichen Ausfällen sofort mit entsprechenden Maßnahmen begegnen zu können. Im Rahmen der notwendigen und umfangreichen Projekt-Planung sollte zudem immer ein ausreichender Zeitraum eingeplant werden, da eine Migration im laufenden Betrieb und während des normalen Tagesgeschäftes abgewickelt wird. Nicht zu vergessen sind hier ebenfalls die notwendigen Schulungen des Personals auf eventuell neue Prozesse oder Dialoge durch die Modernisierung.

Zusammengefasst ist eine Migration ein ausgewachsenes und ressourcen-bindendes Projekt, das nicht unterschätzt werden darf. Nur mit einem dedizierten Team, einem vertrauenswürdigen Partner (Intralogistik und/oder IT) und der entsprechenden Zeitspanne wird eine Umsetzung gemäß dem Motto „aus Alt wird Neu“ ohne größeres Risiko realisiert.

SSI SCHÄFER gehört mit über 1.100 top ausgebildeten IT-Experten zu den größten IT-Anbietern der Branche. Mit der eigens entwickelten Logistiksoftware WAMAS® entwickeln die Spezialisten individuelle, passgenaue IT-Lösungen für kleine, mittlere und große Intralogistik-Anlagen in allen Branchen. Parallel bietet SSI SCHÄFER auch SAP EWM Lösungen mit einem eigenen Team. Aufgrund der Erfahrung und Expertise aus verschiedensten Branchen ist SSI SCHÄFER der perfekte Partner für Retrofit-Projekte und leistet hervorragenden Service bei Implementierung, Optimierung und Schulung.

Über die Autoren

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Andreas Hampe ist seit mehreren Jahren Vice President SAP Solutions bei SSI Schäfer. Er leitet dort als Bereichsleiter für Logistik-Softwarelösungen das SAP-Team an mehreren Standorten. Seit über 30 Jahren ist Andreas Hampe in der Logistik mit dem Schwerpunkt Supply Chain Management im Vertrieb und der IT-Entwicklung tätig.

Andreas Wimmer ist Leiter des Produktmanagements bei SSI Schäfer IT Solutions. Er ist Absolvent der Technischen Universität Graz und seit 20 Jahren in der Intralogistik Branche tätig.
Sein Schwerpunkt liegt in der Kombination von automatisierten Systemen mit den dazu passenden IT Lösungen. Bei SSI Schäfer IT Solutions verantwortet er die Gestaltung und Weiterentwicklung des gesamten IT Portfolios.

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