Steuerung und Software für FTS und AMR

Software, Steuerung, VDA 5050 und planbare Autonomie: wie man Fahrerlose Transportsysteme steuert.

(c) SSI SCHAEFER

Wie steuert man Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und Autonome Mobile Roboter (AMR)?

Damit FTS oder AMR die gewünschten Aufträge erfüllen, ist das Zusammenspiel verschiedener Systeme und Technologien notwendig. Unter anderem arbeiten verschiedene Software-Module zusammen, um die Fahrzeuge effizient und sicher durch ihre Umgebung zu navigieren und Transportaufgaben zu erledigen. Grundsätzlich unterscheidet man hier nach 

  1. Das übergreifende Lagerverwaltungssystem (LVS), das die Transportaufträge erstellt 

  2. Der Flottenmanager, der die Fahrzeuge koordiniert und entscheidet, welches Fahrzeug welchen Auftrag transportiert 

  3. Die integrierte Fahrzeugsoftware steuert das Fahrzeug selbst und navigiert von einem Punkt zum anderen, so dass es den eigentlichen Auftrag ausführen kann  

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AMR- und FTS-Steuerung über den Flottenmanager

Ein Flottencontroller ist eine zentrale Steuerungseinheit, die dazu dient, mehrere Fahrzeuge innerhalb eines FTS/AMR-Systems zu koordinieren und zu überwachen. Hier sind einige Hauptfunktionen und Merkmale eines Flottencontrollers: 

  • Fahrzeugkoordination: Der Flottencontroller überwacht und koordiniert die Bewegungen aller Fahrzeuge innerhalb des Systems. Er plant die optimalen Routen für die Fahrzeuge, um den Materialtransport effizient zu gestalten und Engpässe zu vermeiden. Weiterhin übernimmt er die Verkehrskontrolle v.a. an Kreuzungen, damit es nicht zu einer Blockade der Fahrzeuge kommt.  

  • Auftragsverwaltung: Der Controller empfängt und verwaltet Transportaufträge von verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel einem übergeordneten Lagerverwaltungssystem oder manuellen Eingaben. Er priorisiert und verteilt die Aufträge an die verfügbaren Fahrzeuge, basierend auf verschiedenen Kriterien wie Dringlichkeit, Entfernung und verfügbare Kapazität. 

  • Lademanagement: Er sorgt für, das rechtzeitig Nachladen der Fahrzeugbatterien. Intelligente Algorithmen entscheiden, welche Fahrzeuge kurzzeitig aus dem Arbeitsprozess genommen und auf die Ladestation geschickt werden. Dies erfolgt alles vollautomatisch, sodass sichergestellt ist, dass alle Batterien regelmäßig und schonend geladen werden. Durch die Pflege und ausreichendes Balancing der Batteriezellen wird die Lebenszeit dieser wichtigen Module verlängert und die laufenden Kosten niedrig gehalten.  

  • Kommunikation: Der Flottencontroller fungiert als zentrale Kommunikationsschnittstelle zwischen den Fahrzeugen und anderen Systemen oder Geräten. Er kommuniziert mit Lagerverwaltungssystemen, Produktionsplanungssystemen und anderen Steuerungseinheiten, um Echtzeitdaten auszutauschen und den Materialfluss zu optimieren. 

  • Fehlererkennung und Diagnose: Der Controller überwacht kontinuierlich den Betriebszustand der Fahrzeuge und erkennt automatisch mögliche Störungen oder Fehler. Er kann Diagnosedaten sammeln und analysieren, um frühzeitig Probleme zu identifizieren und Wartungsmaßnahmen einzuleiten, bevor es zu Ausfällen kommt. 

  • Leistungsanalyse und Optimierung: Durch die Erfassung von Betriebsdaten und Leistungsstatistiken unterstützt der Flottencontroller die kontinuierliche Optimierung des Systems. Er identifiziert Engpässe und ineffiziente Prozesse, um die Gesamtleistung des Systems zu steigern. Er kann Diagnosedaten sammeln, um Probleme frühzeitig zu identifizieren um und Wartungsmaßnahmen einzuleiten sowie , um die Ausfallzeiten zu minimieren. 

Insgesamt ermöglicht ein Flottencontroller eine effiziente und zuverlässige Steuerung des Materialtransports in industriellen Umgebungen, was zu einer verbesserten Produktivität, Flexibilität und Kostenoptimierung führt. 

NAVIOS: Der Flottenmanager von DS Automotion

Der Flottenmanager NAVIOS wurde vom österreichischen mobile Robotik Experten DS Automotion, ein Unternehmen der SSI SCHÄFER Gruppe, entwickelt. Hier treffen langjährige Stabilität und modernste Technologien aufeinander. Durch die vollständige Integration der VDA 5050 können alle kompatiblen Fahrzeuge gesteuert werden, was den ohnehin großen Funktionsumfang abrundet:

Flotten- und Energiemanagement: das passendste Fahrzeug wird eingesetzt, um Leerfahrten zu vermeiden, wenn dessen Batterie ausreichend geladen ist

Materialfluss steuern: Fahrten verbinden, priorisieren, umleiten und wenn nötig zurückhalten – so werden die Fahraufträge intelligent optimiert

Lager- und Stellplätze verwalten: ein exakt abgestimmtes Ein- und Auslagern von Waren ist direkt im Flottenmanager möglich

Umfangreiche Kompatibilität: neben der Integration der VDA 5050 stehen diverse vorgefertigte Standardschnittstellen zur Verfügung
Für detaillierte Informationen steht Ihnen die Seite des Flottenmanagers NAVIOS von DS Automotion zur Verfügung.

AMR- und FTS-Software: Intelligente Fahrzeugsteuerung

Damit die Fahrzeuge agieren und die Befehle des Leitsystems umsetzen können, benötigen die Fahrzeuge eine eigene Steuerung. Diese steuert die grundlegenden Bewegungen des Fahrzeugs, einschließlich Beschleunigung, Bremsen, Kurvenfahren und Stoppen. Verschiedene Sensoren – z.B. LiDAR oder Kameras - erkennen Hindernisse, die von der Fahrzeugsoftware in Echtzeit verarbeitet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die geplante Route eingehalten wird. 

ARCOS: Fahrzeuge intelligent steuern

DS Automotion stattet die meisten Fahrzeuge mit der Fahrzeugsoftware ARCOS aus. So können diese eigene Entscheidungen treffen und situativ entscheiden. Das erhöht die Sicherheit für die Mitarbeitenden, in dem das Fahrzeug sie sofort erkennt und anhält. Hindernisse hingegen können umfahren  und die Einrichtung geschützt werden.  

Vorteile und Funktionen von ARCOS: 

  • Kompatibel mit VDA 5050:  ARCOS ist mit standardisierten Schnittstellen kompatibel. Dadurch lassen sich alle Fahrzeuge nicht nur mit NAVIOS, sondern auch an andere VDA-kompatible Leitsteuerungen anbinden. 

  • Navigieren und Lokalisieren: ARCOS navigiert virtuell oder autonom und lässt sich entweder konturbasiert oder mithilfe von Laser oder Magnetpunkten lokalisieren 

  • Sicherheit für Personal und Objekte: Um im Mischbetrieb die Sicherheit zu gewährleisten, arbeiten wir mit modernsten Sicherheitskomponenten. Diese schützen auch im Weg befindliche Objekte.  

  • Planbare Autonomie: ARCOS bietet die Möglichkeit, die Autonomie der Fahrzeuge festzulegen und dadurch die Effizienz zu erhalten. 

Mehr Informationen zur Fahrzeugsoftware ARCOS von DS Automotion finden Sie auf der Website.

Weasel Lite

AMR und FTS für Kartons und Kleinladungsträger

AGV ARNY retrieves a pallet autonomously

Autonome Flurförderzeuge für Paletten und andere Großladungsträger

VDA 5050: Ein Standard zur Steuerung von FTS

Der Markt hält eine Vielzahl fahrerloser Transportfahrzeuge für unterschiedlichste Einsatzzwecke von zahlreichen Anbietern bereit. Damit Kunden eine echte Wahl haben, das jeweils optimale Fahrzeug nutzen und mit anderen Fahrzeugen kombinieren zu können, muss eine Unabhängigkeit der herstellereigenen Flottenmanagement-Softwares gewährleistet sein. 

VDA 5050 ist eine standardisierte Schnittstelle für die normierte Kommunikation zwischen unterschiedlichen FTF und einer Leitsteuerung. Fahrzeuge, die über diese Schnittstelle verfügen, lassen sich in ein Gesamtsystem einzubinden – seien sie physisch spurgebundenen oder frei navigierend  

Der Standard, der einer Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik entstammt, soll global ausgerollt werden und macht Kaufentscheidungen bereits heute anbieterunabhängig und zukunftssicher. 

Alle Fahrzeuge von DS Automotion verfügen über die Schnittstelle VDA 5050.

Planbare Autonomie: Flexible Freiheit für Fahrzeuge

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Hochentwickelte Fahrzeugsoftware erlaubt es erst in jüngerer Zeit, FTS und AMR parallel einzusetzen und so das Beste aus beiden Welten zu nutzen.  

Dabei navigieren die Fahrzeuge auf einer gemeinsamen Arbeitsfläche sowohl (virtuell) spurgeführt als auch – in sogenannten „Autonomiezonen“ – autonom.  

Autonome Funktionen wie das selbstständige Umfahren von Hindernissen erhöhen die Flexibilität, während kollisionsfrei, staufrei und vorhersehbar geplante fixe Fahrspuren und Abläufe die Planbarkeit und Effizienz optimieren. 

Ziel einer „planbaren Autonomie“ ist es, autonome Funktionen dort zu verhindern, wo sie sich nachteilig auswirken können, und gezielt dort einzusetzen, wo sie Vorteile bringen.  

 

Was ist ein AGV und was ist ein AMR?

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