Präzise platzieren, effizient verdichten: Würth Industrie Service und SSI SCHÄFER entwickeln Kommissionierroboter gemeinsam weiter

  • Inbetriebnahme erster SSI Piece Picking Zelle mit Pick & Place-Funktion im Rahmen gemeinsamer Entwicklungspartnerschaft

  • Mehr Durchsatz in bestehender Anlage durch automatische Artikelverdichtung

  • Weniger Aufwand für künftige Implementierungen und Anpassungen dank gewonnener Projekterkenntnisse

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Würth Industrie Service GmbH & Co. KG ist auf automatisierte Beschaffungs- und Logistiklösungen im industriellen C-Teile-Management spezialisiert und beliefert von Bad Mergentheim aus mehr als 20.000 Kunden in Europa. „Gemeinsam mit dem Intralogistikexperten SSI SCHÄFER wollen wir das Potenzial unserer bestehenden Kommissioniertechnik weiter ausschöpfen“, sagt Frank Freudenberger, Logistikleiter bei Würth Industrie Service, und erklärt: „Durch die automatisierte Verdichtung vorkommissionierter Artikel erhöhen wir den Durchsatz der Anlage, ohne dass dafür aufwendige technische Umbauten erforderlich sind."

Zu diesem Zweck hat SSI SCHÄFER im April 2026 die vollautomatische Robotiklösung SSI Piece Picking im Logistikzentrum der Würth Industrie Service in Bad Mergentheim integriert. Die Implementierung des Piece-Picking-Roboters erfolgte innerhalb von nur wenigen Tagen. Die schnelle Inbetriebnahme resultiert aus der Tatsache, dass SSI SCHÄFER das Robotiksystem im eigenen Werk bereits vormontiert und funktional getestet hat.

Maximale Betriebssicherheit im Pick & Place-Modus

Die neue Piece Picking Zelle in kompakter Portalbauweise dient der automatisierten Verdichtung bereits vorkommissionierter Artikel auf Tablaren. Ziel ist es, Tablare schneller zu entleeren und zeitnah wieder für die Vorkommissionierung bereitzustellen. Hierfür identifiziert das System die Artikel auf den Quelltablaren in Echtzeit, ermittelt geeignete Greifpunkte und steuert den Roboterarm. Dieser nimmt die Artikel sicher auf und platziert sie gezielt an einer passenden Position im Zieltablar.

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Der am Markt übliche Pick & Drop-Modus, bei dem die Artikel über dem Zielbehältnis abgeworfen bzw. fallen gelassen werden, ist für Würth Industrie Service keine Option. Denn: Zum Sortiment des C-Teile-Anbieters gehören zahlreiche Produkte, die zu schwer für das kollisionsfreie Ausführen von Drop-Prozessen sind. Um auch bis zu fünf Kilogramm schwere Verpackungen betriebssicher zu fördern, arbeitet Würth Industrie Services Piece Picking Zelle deshalb im Betriebsmodus Pick & Place. Dieser sieht vor, dass die gepickten Artikel gezielt abgesetzt werden.

„Für Roboter ist das produktschonende und gezielte Absetzen einer Ware die Königsdisziplin“, erklärt Markus Jammernegg, Head of Modules bei SSI SCHÄFER, und erläutert: „Wir haben die Basistechnologie dafür bereits vor einigen Jahren entwickelt. Unsere Zielsetzung war es jedoch, derartige Lösungen an konkrete Kundensituationen flexibel und schnell anzupassen. Mit den Erfahrungen aus der Partnerschaft mit Würth Industrie Service wollen wir diesen Implementierungs- und Anpassungsaufwand nun deutlich verringern.“

Würth Industrie Service und SSI SCHÄFER werden im Rahmen der gemeinsamen Entwicklungspartnerschaft die Pick & Place-Performance kontinuierlich zu einem technisch möglichen Optimum weiterentwickeln. Im Pick & Drop-Modus liegt dieses bei bis zu 1.200 Picks pro Stunde. Da jedoch der exakte und schonende Pick & Place-Modus gegenüber dem Pick & Drop-Modus mehr Zeit für ein zielgenaues und sicheres Absetzen der Ware erfordert, sind derartig hohe Performancewerte nicht erreichbar. 

Bilderkennung liefert detaillierte 3D-Lagebilder

SSI Piece Picking nutzt einen kompakten Sauggreifer, der jeden Winkel eines Behälters erreicht und auch kleinste Teile zuverlässig aufnimmt. Der Portalroboter nimmt von einer Quellposition auf und legt die jeweilige Verpackung im Zieltablar ab. Um die dazu nötigen Quell- und Zielpunkte und Bewegungen in Echtzeit zu errechnen, wird das integrierte Bilderkennungssystem WAMAS Vision eingesetzt. Dessen Kameras erstellen Lagebilder der Quell- und Zieltablare und berechnen auf dieser Basis die bestmöglichen Greifpunkte, optimierte Bahnkurven und Zielpunkte für die Robotersteuerung. Nach Vorgabe der Auftragsdaten aus dem Lagerverwaltungssystem WÜRTH WMS, beauftragt und überwacht die integrierte Robotersteuerung die Ausführung der Pick & Place-Operationen. 

„Das Zusammenspiel aus Bilderkennung, Materialflusssteuerung und WMS stellt sicher, dass die Roboterzelle die vorkommissionierten Artikel in kürzester Zeit sicher und platzsparend verdichten kann“, fasst Logistikleiter Frank Freudenberger den Nutzen der Systemintegration zusammen. In diesem Kontext unterstreicht Robotik-Experte Markus Jammernegg die Lernfähigkeit der Lösung: „SSI Piece Picking unterstützt die Bilderkennung mit KI-basierten Lernverfahren. Per Machine Learning erkennt das System Produktvarianzen, ohne neu angelernt werden zu müssen. Bei einem Sortiment von über 100.000 verschiedenen Artikeln resultieren daraus Effizienzgewinne, die den ROI der Lösung noch einmal deutlich kürzer werden lassen.“

Die gemeinsame Entwicklungspartnerschaft unterstreicht den Anspruch beider Unternehmen, innovative Robotiklösungen gezielt für die Anforderungen moderner Intralogistik weiterzuentwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt fließen in die Optimierung bestehender Prozesse sowie in künftige Automatisierungslösungen ein. Damit schaffen Würth Industrie Service und SSI SCHÄFER die Grundlage für noch effizientere, leistungsfähigere und flexibel skalierbare Kommissionierprozesse.

Ansprechpartner

Annika Find Global Communication Manager Telefon: +49 170 9839697 Email: annika.find@ssi-schaefer.com